Damit Ihr Erklärvideo verstanden wird: die Entscheidungen vor der ersten Szene
Erklärvideo·16 Min.

Damit Ihr Erklärvideo verstanden wird: die Entscheidungen vor der ersten Szene

Was soll Ihr Erklärvideo sagen, für wen und wozu? Welche Entscheidungen bei Ihnen liegen, wann sie fällig sind und woran wir offene Punkte erkennen.

Jan-Christopher Föst
Jan-Christopher Föst

Gründer & Geschäftsführer

Vor Ihrem Erklärvideo sollten Sie entscheiden, was der Film in einem Satz sagen soll und wer ihn sehen soll. Dazu kommt die Frage, wer bei Ihnen mitliest und freigibt, denn daran hängt der Zeitplan. Diese Punkte klären wir gemeinsam im Kickoff, im Storyboard prüfen Sie sie, und am Sprechertext können Sie bis zur ersten Filmfassung feilen.

Sie haben ein Produkt, einen Ablauf oder eine Dienstleistung, die sich im Gespräch nur mühsam erklären lässt. Ein Erklärvideo soll das ändern. Die Entscheidung dafür ist gefallen oder steht kurz bevor, und jetzt stellt sich die Frage, was Sie eigentlich vorbereiten müssen.

Dazu kommt eine leise Sorge, die wir aus vielen Erstgesprächen kennen: Am Ende liegt ein Film vor, der gut aussieht, den intern alle abnicken, und draußen versteht trotzdem niemand, worum es ging.

Diese Sorge ist berechtigt, und sie hat eine gute Nachricht in sich. Ob ein Erklärvideo verstanden wird, entscheidet sich vor der Animation, an wenigen Punkten, die nur Sie als Auftraggeber kennen: Was soll der Film sagen, für wen, und was soll danach passieren? Geschichte, Machart und Animation entwickeln wir für Sie. Keine Sorge, nichts davon müssen Sie fertig zur Anfrage mitbringen.

Woran wir im Erstgespräch hellhörig werden

Keiner dieser vier Sätze ist ein Fehler. Jeder zeigt nur, dass eine Entscheidung noch aussteht, und je früher sie fällt, desto besser für Ihren Film. Bei FIUMU werden wir im Erstgespräch aufmerksam, wenn wir einen davon hören:

  • „Das Video soll alles zeigen, was wir können.“ Verständlich, denn Ihr Angebot ist breit. Ein Erklärvideo erklärt aber eine Sache. Hinter diesem Satz steckt fast immer die offene Frage nach der einen Aussage, und oft die Erkenntnis, dass es mehrere Filme werden sollten.
  • „Unsere Zielgruppe sind eigentlich alle.“ Ein Film, der für alle gemacht ist, beginnt mit einer Situation, in der sich niemand wiedererkennt. Wir fragen dann, wer den Film zuerst sehen wird und was diese Person über Ihr Thema schon weiß.
  • „Die Geschäftsführung schaut am Ende noch einmal drüber.“ Dieser Satz betrifft den Zeitplan mehr als jeder andere. Wer am Ende freigibt, sollte das Storyboard gelesen haben und den Film nicht erst fertig sehen. Warum, zeigt weiter unten ein Fall aus unseren Projekten.
  • „Den Text liefern wir selbst.“ Fachlich ist das ein Geschenk, denn niemand kennt Ihr Thema besser. Ein Sprechertext wird aber gehört und nicht gelesen. Meist lohnt es sich, dass wir ein mitgebrachtes Skript überarbeiten, bevor es ins Storyboard geht.

Die eine Aussage Ihres Films

Fast jedes Thema ist größer als ein Film. Ihr Produkt hat viele Funktionen, mehrere Zielbranchen und eine Vorgeschichte. In ein Erklärvideo passt davon weniger, als die meisten erwarten. Wer drei Themen in anderthalb Minuten presst, erklärt am Ende keines davon. Bei FIUMU halten wir uns deshalb an eine Kernbotschaft je Video.

Zwei Personen am Tisch im FIUMU Studio, eine schreibt auf ein Blatt
Konzeption im FIUMU Studio: Aus vielen Inhalten wird eine Aussage.

Ein einfacher Test hilft bei der Auswahl: Was soll jemand, der Ihr Video gesehen hat, einer Kollegin in einem Satz weitererzählen? Können Sie diesen Satz aufschreiben, haben Sie Ihre Kernbotschaft. Brauchen Sie dafür ein „und außerdem“, sind es zwei Themen.

Und der Rest? Der geht nicht verloren. Umfangreiche Inhalte lassen sich in mehrere kompakte Videos aufteilen. Details und Sonderfälle gehören in die Videobeschreibung oder auf die Seite rund um das Video.

Bei FIUMU ist es bei mehr als jedem dritten unserer veröffentlichten Erklärvideo-Projekte nicht bei einem einzigen Video geblieben, weil eine Reihe, eine Kurzfassung, ein anderes Bildformat oder eine weitere Sprache dazukam. Wie lang Ihr Film werden sollte, lesen Sie in unserem Beitrag zur Erklärvideo-Länge.

Unser Tipp: Schreiben Sie alles, was aus Ihrer Sicht ins Video muss, in ganzen Sätzen untereinander und kopieren Sie den Text in unseren Redezeit-Rechner. Er zeigt Ihnen, wie lange ein Sprecher dafür braucht. Danach fällt das Streichen leichter.

Wer den Film sehen soll

„Alle, die sich für uns interessieren“ ist eine verständliche Antwort. Ein Storyboard kann mit ihr wenig anfangen. Aus der Zielgruppe folgt, mit welcher Situation der Film beginnt, wer die Hauptfigur ist, was vorausgesetzt werden darf und welche Wörter fallen. Ein Vorstand liest andere Signale als ein Azubi.

Bei FIUMU erzählen wir die meisten Erklärvideos über eine Hauptfigur aus der Zielgruppe. Die Entscheidung über das Publikum ist deshalb zugleich die Entscheidung über die Person in der ersten Szene.

Im Erklärvideo für Talent Mining ist das Mark, der Personalleiter eines mittelständischen Unternehmens, dem qualifizierte Bewerbungen ausbleiben. Wer selbst Personal sucht, erkennt sich sofort.

Im Erklärvideo der B-TU durchlaufen zwei Protagonisten das duale Studium vom Bewerbungsverfahren bis zum Abschluss, und der Whiteboard-Look bekommt einen jugendlichen Charme, weil Studieninteressierte zuschauen.

Bei FIUMU fragen wir im Kickoff nicht nur, wer den Film sieht, sondern auch, was diese Person über Ihr Thema schon weiß. Daraus folgen Ansprache und Wortwahl.

Wenn mehrere Gruppen erreicht werden sollen

Sie möchten Kunden, Partner und vielleicht Bewerber erreichen? Ob das ein Film wird, zwei Fassungen oder getrennte Filme, kommt bei uns auf das Projekt an. Eine feste Regel gibt es nicht. Im Kickoff gehen wir mit Ihnen diese Fragen durch:

  • Haben die Gruppen dasselbe Problem?
  • Sollen sie danach dasselbe tun?

Öffentliche Projekte zeigen die Bandbreite. Für Law Apoynt sollten drei Software-Lösungen vorgestellt werden, zwei für private Mandanten und eine für Kanzleien. Daraus wurden drei Videos mit unterschiedlichen Stilen: Legetrick mit je einer Hauptfigur für die Privatkunden, Screencast für die Kanzleien. Bei der B-TU dagegen passten beide Studienmodelle in einen Film, mit zwei Protagonisten. Welche Variante es wird, verändert Figuren, Stil und Umfang. Deshalb fällt diese Entscheidung vor der ersten Szene.

Für Mitarbeitende und Führungskräfte entstand das Erklärvideo für Bahlsen zu Feedback- und Entwicklungsgesprächen: Es zeigt Beispiele für konstruktives wie positives Feedback und fördert einen Dialog auf Augenhöhe.

Auch die Machart folgt aus der Zielgruppe. Unser Stil-Finder beginnt mit der Frage, wen Sie erreichen wollen, und unser Vergleich der Erklärvideo-Stile zeigt, welcher Stil zu welchem Publikum passt.

Was nach dem Ansehen passieren soll

„Die Leute sollen uns verstehen“ beschreibt den Weg. Das Ziel liegt dahinter: Was tut Ihr Zuschauer, nachdem er verstanden hat?

Erklärvideos arbeiten an sehr verschiedenen Stellen, und je nach Ort sieht der nächste Schritt anders aus:

  • Auf der Produktseite ist es eine Anfrage.
  • Im Vertriebstermin ist es das Gespräch, das direkt danach beginnt.
  • Im Support ist es die Rückfrage, die gar nicht erst gestellt wird.
  • Auf dem Messebildschirm kann niemand klicken, dort führt der Film zum Gespräch am Stand.

Ein Video, das eine Anfrage auslösen soll, schließt anders als eines, das neue Mitarbeitende durch einen Ablauf führt. Ein Video mit einem klaren Ziel wirkt stärker als eines, das drei Ziele gleichzeitig bedienen soll. Der Einsatzort entscheidet über das Ende des Films und über seinen Ton. Bei FIUMU gehört er deshalb zu den Fragen, die wir im Kickoff immer stellen.

Wie ein Konzept bei Entscheidern ankommt, zeigt das Erklärvideo für Kampmann Business Restaurants: Die Restaurants direkt am Arbeitsplatz heben sich von klassischer Betriebsgastronomie ab, und das Video macht diesen Unterschied vom Raum über die frische Küche bis zu dem, was die Mitarbeiter davon haben, sichtbar.

Legen Sie sich auf eine Handlung fest und sagen Sie uns, wo der Film zuerst laufen wird. Dann steht auch fest, woran Sie später ablesen, ob der Film seine Aufgabe erfüllt. Welches Format zu welchem Ziel passt, lesen Sie im Beitrag Welches Video passt zu welchem Ziel?

Wer bei Ihnen mitliest und freigibt

In vielen Unternehmen reden beim Erklärvideo mehrere mit. Das Marketing beauftragt, die Fachabteilung kennt das Produkt, der Vertrieb soll den Film einsetzen, die Geschäftsführung gibt frei. Das ist gut so. Die Frage ist, wann sie mitreden.

Bei FIUMU gab es einen Fall, der zeigt, warum. Das Storyboard war freigegeben, die Animation lief, und die erste Filmfassung ging ins Unternehmen. Dort sah die Geschäftsführung den Film zum ersten Mal und wollte eine andere Aussage. Genau das war im Storyboard entschieden worden, nur ohne die Person, die am Ende entscheidet.

Deshalb unser Rat: Holen Sie alle, die am Ende mitreden, schon zum Storyboard dazu. Wer es gelesen und freigegeben hat, weiß bei der ersten Filmfassung, was ihn erwartet. Wer erst die Animation sieht, bewertet ein Konzept, das längst freigegeben ist.

Wer sollte also mitlesen? In der Regel:

  • eine Ansprechperson, die entscheiden darf,
  • die Fachabteilung für die Richtigkeit,
  • Marke oder Unternehmenskommunikation für das Erscheinungsbild,
  • die Geschäftsführung,
  • bei Bedarf die Rechtsabteilung.

Am häufigsten fehlt in dieser Runde die Geschäftsführung. Bei FIUMU sprechen wir im Kickoff deshalb darüber, wer auf Ihrer Seite beteiligt ist. Wie Sie Rückmeldungen aus mehreren Abteilungen bündeln, steht in unserer Feelgood-Garantie.

Diese Runde bestimmt auch Ihren Zeitplan. Planen Sie für jede Freigaberunde in Ihrem Unternehmen rund eine Woche ein. Das hat weniger mit uns zu tun als mit Ihrem Kalender: Mehrere Personen müssen den Stand sehen, Widersprüche müssen geklärt werden, und am Ende muss jemand freigeben. Wer die Mitentscheider vor dem Kickoff benennt, hat die Woche gut genutzt.

Fachsprache im Sprechertext

Ein Sprechertext ist kein Broschürentext. Der Zuschauer hört jeden Satz genau einmal und kann nicht zurückblättern. Deshalb braucht er wenige Fachbegriffe und kurze Sätze. Wie wenig „wenig“ ist, hängt von der Zielgruppe ab. Bei FIUMU fragen wir dafür im Kickoff nach dem Vorwissen Ihrer Zielgruppe. Ein Fachpublikum erwartet die Begriffe seines Fachs. Ein Einkäufer oder eine neue Mitarbeiterin kennt sie vielleicht noch nicht.

Oft ersetzen wir einen Fachbegriff durch ein bekanntes Bild statt durch ein einfacheres Wort. Für b-pi sollte das abstrakte Thema Service Integration auch für fachfremde Kunden verständlich werden. Die Lösung war ein Fußballspiel: Das Team steht für die Mitarbeiter einer Firma, und anhand von Sammelkarten wird der Service in vier einfachen Schritten erklärt. Der Begriff bleibt, verstanden wird er über die Geschichte.

Auch ein technisch dichtes Thema lässt sich im 2D-Stil zeigen: Das 2D-Erklärvideo für duonity erklärt in isometrischen Animationen, wie eine Dachanlage Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt, speichert und im Haus verteilt.

Bei drei Arten von Wörtern lohnt sich vor dem Storyboard ein zweiter Blick:

  • Begriffe, die Ihr Publikum selbst benutzt. Sie bleiben.
  • Begriffe, die nur in Ihrem Unternehmen üblich sind. Interne Produktnamen, Abkürzungen und Projektkürzel übersetzen wir.
  • Begriffe, die genau so heißen müssen. Rechtlich oder technisch festgelegte Bezeichnungen nennen Sie uns früh, damit das Storyboard sie einplant. Oft zeigen wir einen solchen Begriff im Bild, während der Sprecher ihn umschreibt.

Und wenn wir uns bei einer Formulierung nicht einig sind? Dann sagen wir Ihnen unsere Einschätzung, und das letzte Wort haben Sie. Es ist Ihr Film und Ihr Fachgebiet.

Bei FIUMU ist der Text länger änderbar, als viele erwarten. Im Storyboard steht der Sprechertext Szene für Szene, und Sie geben ihn dort frei. Die Animation entsteht danach zunächst mit einer künstlichen Platzhalter-Stimme.

Erst wenn Sie die erste Filmfassung freigegeben haben, nimmt die Sprecherin oder der Sprecher den Text final auf. Sie hören Ihren Text also einmal im fertigen Bild, bevor er endgültig wird. Im fertigen Film spricht in der Regel ein Mensch; wer bei kleinem Budget eine KI-Stimme möchte, kann das wählen, und wir nennen diese Wahl offen im Angebot.

Vom Kickoff zur Freigabe: So kommen Ihre Entscheidungen in den Film

Sie wissen nun, welche Entscheidungen bei Ihnen liegen. Jetzt zeigen wir Ihnen, wann jede davon fällig ist und wo Sie sie wiederfinden.

Bei FIUMU beginnt der Weg im kostenlosen Erstgespräch. Dort erzählen Sie uns von Ihrem Thema und Ihren Zielen. Daraus entwickeln wir eine Filmidee und schreiben sie als kurzes Exposé ins Angebot, zusammen mit Zeitplan und passenden Referenzen. An diesem Exposé prüfen Sie zum ersten Mal, ob Aussage und Publikum getroffen sind, noch vor dem Auftrag, und Sie können es intern weitergeben.

Nach Ihrer Bestätigung folgt der Kickoff. Dort fragen wir nach Zielgruppe und Einsatzort, nach den Kerninhalten, nach dem Vorwissen Ihres Publikums und danach, wie frei wir erzählen dürfen. Dazu klären wir, wer bei Ihnen mitentscheidet.

Aus dem Kickoff entsteht das Storyboard. Darin ist jede Szene mit Handlung, Szenenbild und Sprechertext beschrieben; die Szenenbilder gehören bei uns schon in die erste Fassung. Das Storyboard ist Ihre wichtigste Freigabe, denn hier steht das komplette Video auf dem Papier. Danach legen wir im Moodteaser den Stil fest, dann wird animiert, und die erste Filmfassung hören Sie mit der Platzhalter-Stimme. Wie es von dort bis zur Auslieferung weitergeht, zeigt der Ablauf der Erklärvideo-Produktion.

Der Weg im Überblick:

  1. Erstgespräch
  2. Exposé im Angebot
  3. Kickoff: Zielgruppe und Einsatzort, Kerninhalte, Vorwissen, wer mitentscheidet
  4. Storyboard: Ihre wichtigste Freigabe
  5. Moodteaser
  6. Erste Filmfassung mit Platzhalter-Stimme
Ihre EntscheidungFälligWo Sie sie im Storyboard wiederfinden
Die eine Aussageim Exposé angelegt, im Kickoff festgelegtim Sprechertext, spätestens in der Schlussszene
Zielgruppe und ihr Vorwissenim Kickoffin der ersten Szene, in der Hauptfigur, in der Wortwahl
Was danach passieren sollim Kickoffin der letzten Szene und in der Handlungsaufforderung
Wer mitliest und freigibtvor dem Kickoff benanntin der Runde, die das Storyboard vor der Freigabe liest
Fachbegriffeim Kickoff genannt, bis zur ersten Filmfassung änderbarin jedem Satz des Sprechertexts

Wenn das Storyboard bei Ihnen ankommt, lesen Sie es gegen diese Tabelle:

  • Finden Sie Ihre Aussage im Sprechertext wieder?
  • Erkennt sich Ihr Publikum in der ersten Szene?
  • Führt das Ende zu der Handlung, die Sie sich wünschen?

Wenn ja, geben Sie frei. Wenn nein, ist jetzt der günstigste Zeitpunkt, es zu sagen. Was nach einer Freigabe neu entstehen soll, ist eine neue Leistung; wir nennen Ihnen vorher Aufwand und Preis, und Sie entscheiden.

Fazit: Verständlich wird ein Erklärvideo vor der ersten Szene

Ob ein Erklärvideo verstanden wird, entscheidet sich, bevor die erste Szene gezeichnet ist. Sie legen fest, was der Film sagt, für wen er gemacht ist und was danach passieren soll. Sie holen die Kolleginnen und Kollegen dazu, die am Ende mitentscheiden, am besten vor dem Kickoff. Geschichte, Machart und Animation übernehmen wir, und den Sprechertext hören Sie einmal im Bild, bevor er aufgenommen wird.

Sie haben ein Thema, das erklärt werden will? Dann schreiben Sie uns zwei Sätze dazu. Im kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch sprechen wir über Ihr Publikum und Ihre Ziele. Beispiele, Stile und alles Weitere finden Sie auf unserer Seite zum Erklärvideo.

Häufige Fragen zur Vorbereitung eines Erklärvideos

Müssen wir vor der Anfrage schon wissen, was das Erklärvideo sagen soll?

Nein, vor der Anfrage müssen Sie das noch nicht wissen. Schreiben Sie uns zwei Sätze zu Ihrem Thema, und wir melden uns für das Erstgespräch. Dort erzählen Sie uns von Ihren Ideen und Zielen, und daraus entwickeln wir eine Filmidee, die wir als kurzes Exposé ins Angebot schreiben. Das Angebot kommt meist innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Gespräch. Ziel, Zielgruppe und Kernbotschaft legen wir dann gemeinsam im Kickoff fest, also nach Ihrer Bestätigung. Hilfreich ist es trotzdem, wenn Sie sich vorab zwei Dinge überlegen: Wer soll das Video sehen, und an welcher Stelle, etwa auf der Produktseite, im Vertriebsgespräch oder im Onboarding? Und was soll diese Person danach tun? Mit diesen beiden Antworten kommen wir im Erstgespräch schneller zu einer Filmidee, die zu Ihrem Vorhaben passt. Unterlagen wie Präsentationen, Broschüren oder eine bestehende Produktseite schicken Sie mit, wenn es sie gibt. Wir sichten Ihr Material und holen uns daraus, was die Geschichte braucht. Ein fertiges Konzept erwarten wir nicht.

Können wir mit einem Erklärvideo mehrere Zielgruppen ansprechen?

Ja, nur nicht immer mit demselben Film. Ob es ein Film wird, zwei Fassungen oder getrennte Filme, kommt auf das Projekt an. Wir prüfen mit Ihnen im Kickoff zwei Fragen: Haben die Gruppen dasselbe Problem, und sollen sie nach dem Ansehen dasselbe tun? Lautet die Antwort zweimal Ja, passen sie oft in einen Film, wie bei der B-TU, deren zwei duale Studienmodelle über zwei Protagonisten in einem Video erzählt werden. Unterscheiden sich Problem und Handlung, werden es eher getrennte Filme, wie bei Law Apoynt, wo Privatkunden Videos im Legetrick-Look mit je einer Hauptfigur bekamen und Kanzleien einen Screencast. Dazwischen liegt die Zweitfassung: dasselbe Grundmaterial, abgewandelt für das Onboarding oder in einer weiteren Sprache. Wichtig ist nur der Zeitpunkt. Die Wahl verändert Figuren, Stil und Umfang, also fällt sie vor dem Storyboard. Nennen Sie uns deshalb im Erstgespräch alle Gruppen, die Sie im Kopf haben, auch die, die „nur nebenbei“ zuschauen sollen.

Wer sollte bei uns im Unternehmen mitlesen und freigeben?

Mitlesen sollten alle, die am Ende über den Film mitentscheiden, und freigeben sollte eine einzige Person. Zu dieser Runde gehören in der Regel eine Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis, die Fachabteilung, die den Sprechertext auf Richtigkeit prüft, Marke oder Unternehmenskommunikation für das Erscheinungsbild, die Geschäftsführung und bei Bedarf die Rechtsabteilung. Am häufigsten fehlt die Geschäftsführung, und dann passiert, was wir aus einem Projekt kennen: Sie sieht die erste Filmfassung, bewertet das Konzept, und das ist längst freigegeben. Holen Sie deshalb alle, die mitreden, schon zum Storyboard dazu. Dort steht das komplette Video auf dem Papier, und eine andere Aussage ist dort ein geänderter Absatz. Die Person, die freigibt, sammelt die Anmerkungen, klärt Widersprüche in Ihrem Unternehmen und schickt sie gesammelt an Ihre Projektleitung. Im Kickoff sprechen wir darüber, wer bei Ihnen beteiligt ist. Planen Sie für jede Freigaberunde rund eine Woche ein.

Bis wann können wir den Sprechertext noch ändern?

Bis zur Freigabe der ersten Filmfassung. Der Sprechertext steht zuerst im Storyboard, Szene für Szene, und Sie geben ihn dort frei. Die Animation entsteht danach zunächst mit einer künstlichen Platzhalter-Stimme. Erst wenn Sie die erste Filmfassung freigegeben haben, nimmt die Sprecherin oder der Sprecher den Text final auf. Sie hören Ihren Text also einmal im fertigen Bild, bevor er endgültig wird, und können bis dahin daran feilen. Nutzen Sie diese Fassung: Lesen Sie den Text laut, gemeinsam mit allen, die den Film später abnehmen, und prüfen Sie Namen, Zahlen und Fachbegriffe. Was beim Vorlesen holpert, klingt in der Aufnahme nicht besser. Nach der finalen Aufnahme bedeutet ein neuer Text eine neue Aufnahme. Das ist eine neue Leistung nach einer Freigabe, und wir nennen Ihnen vorher Aufwand und Preis, bevor Sie entscheiden. Im fertigen Film spricht in der Regel ein Mensch. Eine KI-Stimme ist bei kleinem Budget eine Wahl, die Sie treffen und die wir offen im Angebot nennen.

Wie viel Fachsprache verträgt ein Erklärvideo?

So viel, wie Ihr Publikum selbst benutzt. Ein Sprechertext wird gehört und nicht gelesen. Der Zuschauer kann nicht zurückblättern, und jeder unbekannte Begriff kostet ihn den Anschluss an den nächsten Satz. Wir arbeiten deshalb mit wenigen Fachbegriffen und kurzen Sätzen und fragen im Kickoff ausdrücklich nach dem Vorwissen Ihrer Zielgruppe. Ein Erklärvideo für Ingenieure darf die Begriffe des Fachs verwenden. Ein Film für Einkäufer, Endkunden oder neue Mitarbeitende übersetzt sie, oft über ein bekanntes Bild statt über ein einfacheres Wort, wie das Fußballspiel, das für b-pi die Service Integration erklärt. Kritisch sind vor allem Wörter, die nur in Ihrem Unternehmen üblich sind: interne Produktnamen, Abkürzungen, Projektkürzel. Sie fallen im eigenen Unternehmen niemandem mehr auf. Bezeichnungen, die aus rechtlichen oder technischen Gründen genau so heißen müssen, nennen Sie uns im Kickoff. Dann plant das Storyboard sie ein, oft als Einblendung, während der Sprecher den Begriff umschreibt. Sind wir uns bei einer Formulierung nicht einig, sagen wir unsere Einschätzung, und Sie haben das letzte Wort.

Woran erkennen wir, dass unser Thema zu groß für ein einzelnes Erklärvideo ist?

Ihr Thema ist zu groß für ein einzelnes Erklärvideo, wenn sich die Kernbotschaft nur mit „und außerdem“ formulieren lässt oder der Sprechertext deutlich länger wird, als Ihr Einsatzort erlaubt. Die Kernbotschaft prüfen Sie mit einem Satz: Was soll ein Zuschauer weitererzählen? Stecken darin zwei Aussagen, sind es zwei Themen. Den Umfang prüfen Sie mit unserem Redezeit-Rechner: Schreiben Sie alles, was ins Video soll, in ganzen Sätzen auf, und lassen Sie sich die Sprechdauer anzeigen. Liegt das Ergebnis weit über der Länge, die zu Ihrem Einsatzort passt, haben Sie drei Möglichkeiten. Sie streichen auf die eine Aussage, die Ihre Zielgruppe zuerst braucht. Sie verlagern Details auf die Seite rund um das Video oder in die Videobeschreibung. Oder Sie planen mehrere kompakte Videos mit je einer eigenen Kernbotschaft. Das ist bei uns ein häufiger Weg: Bei mehr als jedem dritten unserer veröffentlichten Erklärvideo-Projekte ist es nicht bei einem Video geblieben. Welche Länge zu welchem Einsatz passt, lesen Sie in unserem Beitrag zur Erklärvideo-Länge.

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Jan-Christopher Föst

Über den Autor

Jan-Christopher Föst

Jan-Christopher Föst ist Gründer und Geschäftsführer der FIUMU GmbH und verantwortet seit 2016 die strategische Ausrichtung der Videoproduktionen – von der ersten Idee bis zur Distribution. Sein Fokus liegt auf Imagefilmen und Erklärvideos für B2B-Unternehmen, die nicht nur gut aussehen, sondern messbar wirken. Mit über 2.500 produzierten Videos und 450+ Kunden kennt er die Stellschrauben, die aus einem Unternehmensfilm ein echtes Marketing-Asset machen.

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