Glossar

Bokeh

Bokeh (japanisch für Unschärfe) beschreibt die ästhetische Qualität der Unschärfe in den nicht fokussierten Bereichen eines Bildes oder Videos. Weiches, gleichmäßiges Bokeh gilt als gestalterisches Qualitätsmerkmal in der Filmproduktion.

Schärfe zeigt, was wichtig ist. Unschärfe zeigt, wie gut der Kameramann arbeitet. Bokeh ist kein technischer Zufall, sondern ein bewusstes Gestaltungsmittel und eines der Merkmale, die professionelle Filmproduktion von Smartphone-Aufnahmen unterscheiden.

Der Begriff stammt aus dem Japanischen (boke = Unschärfe, Verwischung) und wurde in den 1990er Jahren in die westliche Fotografie-Terminologie übernommen. Bokeh beschreibt nicht die Unschärfe selbst, sondern deren Qualität – wie Lichtpunkte, Kanten und Strukturen im unscharfen Bereich dargestellt werden.

Gutes Bokeh zeichnet sich durch weiche, runde Lichtpunkte und gleichmäßige Übergänge aus. Schlechtes Bokeh erzeugt harte Kanten, unruhige Strukturen und ablenkende Muster im Hintergrund. Die Qualität hängt primär von der Optik ab – von der Konstruktion der Blendenlamellen, der Anzahl der Lamellen und der optischen Korrektur des Objektivs.

Schärfentiefe und Bokeh sind verwandte, aber unterschiedliche Konzepte. Schärfentiefe beschreibt den Bereich, der im Bild scharf abgebildet wird – seine Ausdehnung in die Tiefe. Bokeh beschreibt die visuelle Qualität des Bereichs, der außerhalb der Schärfentiefe liegt. Geringe Schärfentiefe erzeugt mehr unscharfen Bereich und macht Bokeh sichtbarer.

Die Blendeöffnung ist der primäre Hebel. Große Blendenöffnungen (f/1.4, f/1.8, f/2.0) erzeugen geringe Schärfentiefe und damit prominentes Bokeh. Kleinere Blenden (f/5.6, f/8, f/11) erhöhen die Schärfentiefe, und der Bokeh-Effekt nimmt ab. In der Videoproduktion wird die Blende deshalb nicht nur für Belichtungszwecke gewählt, sondern als gestalterisches Werkzeug.

Für Imagefilm-Produktionen und Werbespot-Produktionen ist Bokeh ein wesentliches Stilmittel. Interview-Situationen profitieren von weichem Hintergrund-Bokeh, das den Sprecher vom Umfeld trennt und visuelle Tiefe erzeugt. Produktaufnahmen nutzen Bokeh, um den Blick auf das Produkt zu lenken. Available Light-Szenen in abendlicher Umgebung erzeugen durch Lichtquellen im Hintergrund das charakteristische Bokeh aus runden Lichtpunkten.

Close-Up-Aufnahmen verstärken den Bokeh-Effekt, weil der Abstand zwischen Kamera und Motiv gering ist – ein weiterer Faktor, der die Schärfentiefe reduziert. In Kombination mit lichtstarken Objektiven entstehen Bilder mit extremer Freistellung und markantem Bokeh.

Gegenlicht-Situationen sind klassische Bokeh-Momente. Sonnenlicht, das durch Blätter fällt, Lichter in einer Werkshalle, reflektierende Oberflächen – all diese Elemente erzeugen im unscharfen Bereich das atmosphärische Bokeh, das professionellen Filmaufnahmen ihre visuelle Tiefe verleiht.

Bei FIUMU ist die Wahl der Optik und der Blendeneinstellung Teil des visuellen Konzepts – nicht der Technik. Bokeh entsteht nicht zufällig, sondern wird geplant.

FIUMU nutzt gezieltes Bokeh in Interview-Setups und Portraitaufnahmen, um den Fokus auf Protagonisten zu lenken. Seit 2015 setzt FIUMU in Imagefilm- und Recruitingfilm-Produktionen Festbrennweiten mit Offenblende von f/1.4 bis f/2.8 ein.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Bokeh beschreibt die Qualität der Unschärfe im Hintergrund eines Fotos oder Videos. Weiche, runde Lichtpunkte und gleichmäßige Übergänge gelten als schönes Bokeh. Der Effekt entsteht durch große Blendenöffnungen und hochwertige Objektive.

Bokeh entsteht durch geringe Schärfentiefe. Die drei Hauptfaktoren: Große Blendenöffnung (z. B. f/1.4), geringer Abstand zum Motiv und großer Abstand zwischen Motiv und Hintergrund. Je mehr diese Faktoren zusammenwirken, desto ausgepräagter das Bokeh.

Die Qualität hängt von der Linsenkonstruktion ab – insbesondere von der Anzahl und Form der Blendenlamellen. Objektive mit 9 oder mehr abgerundeten Lamellen erzeugen rundere Lichtpunkte und damit weicheres Bokeh als Objektive mit weniger oder eckigen Lamellen.

Software-basierte Bokeh-Effekte existieren, erreichen aber selten die Qualität von optischem Bokeh. Smartphones simulieren Bokeh per Algorithmus im Porträt-Modus. Für professionelle Filmproduktion ist optisches Bokeh der Standard.

Blendenöffnungen zwischen f/1.2 und f/2.8 erzeugen ausgepräagtes Bokeh. Ab f/4 nimmt der Effekt spürbar ab. Die konkrete Wahl hängt von der gewünschten Schärfentiefe und der Lichtsituation ab.

Bereit für Ihr Video?

Lassen Sie uns sprechen

In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, welches Videoformat zu Ihrem Ziel passt – und was es kostet.

Erstgespräch vereinbaren