Glossar
Foley
Foley bezeichnet das nachträgliche Erzeugen von Alltagsgeräuschen in einem Tonstudio, synchron zum Filmbild. Ein Foley Artist produziert Schritte, Stoffrascheln, Türschlagen und andere Geräusche, die am Drehort nicht sauber aufgenommen werden konnten.
Jeder Schritt zählt – wörtlich. Foley-Geräusche geben einem Film die physische Präsenz, die Zuschauer unbewusst erwarten. Ohne Foley fehlt dem Bild eine ganze Dimension: die taktile.
Der Name geht auf Jack Foley zurück, einen Tontechniker bei Universal Studios, der in den 1920er Jahren begann, Geräusche live zum Film zu performen. Das Grundprinzip ist seit hundert Jahren dasselbe. Der Foley Artist sieht den Film auf einer Leinwand und erzeugt synchron dazu Geräusche – Schritte auf verschiedenen Böden, Kleidungsrascheln, das Aufsetzen einer Tasse, das Öffnen einer Tür.
Foley unterscheidet sich von Atmo und Soundeffekten durch einen zentralen Punkt: Es ist synchron zum Bild. Atmo läuft als durchgehender Klangteppich unter der Szene. Soundeffekte werden punktuell eingesetzt. Foley folgt exakt der Bewegung im Bild – Schritt für Schritt, Griff für Griff.
In der professionellen Filmproduktion teilt sich Foley in drei Kategorien. Feet umfasst Schrittgeräusche – verschiedene Schuhe auf verschiedenen Oberflächen erzeugen völlig unterschiedliche Klänge. Cloth beschreibt Kleidungsgeräusche, die bei jeder Bewegung entstehen. Props umfasst alle Geräusche, die durch Requisiten und Objekte entstehen – Tassen, Werkzeuge, Türen, Papier.
Für Imagefilm-Produktionen und Werbespot-Produktionen spielt Foley eine wichtige Rolle. Industrieumgebungen klingen selten so, wie sie im Film klingen sollen. Maschinengeräusche überlagern Dialoge, Halleffekte verzerren Originalklänge. Im Studio lassen sich diese Geräusche kontrolliert und sauber nachproduzieren – exakt so, wie sie die Filmwirkung optimal unterstützen.
In Sound Design und Audio Mixing sind Foley-Spuren ein eigener Baustein. Sie werden separat aufgenommen, einzeln bearbeitet und erst in der finalen Mischung mit Dialog, Musik und Atmo zusammengeführt. Diese Trennung erlaubt präzise Kontrolle über jeden einzelnen Klang.
Bei Animationsfilmen und Erklärvideos gibt es keine realen Drehort-Geräusche – hier übernimmt Foley eine noch zentralere Rolle. Jedes Geräusch muss künstlich erzeugt werden, damit die animierte Welt physisch glaubwürdig wirkt.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Foley ist ein Teilbereich von Sound Design. Foley erzeugt spezifisch Alltagsgeräusche synchron zum Bild – Schritte, Berührungen, Objekte. Sound Design umfasst darüber hinaus Atmosphären, Soundeffekte, musikalische Akzente und die gesamte kreative Tongestaltung.
Am Drehort konzentriert sich die Tonaufnahme auf Dialog. Umgebungslärm, Hall und technische Einschränkungen machen es oft unmöglich, saubere Geräusche parallel aufzunehmen. Foley liefert diese Geräusche in Studioqualität – kontrolliert und reproduzierbar.
Die Vergütung variiert je nach Erfahrung und Projekt. In Deutschland liegen Tagessätze für professionelle Foley Artists zwischen 500 und 1.500 EUR. Bei Unternehmensfilmen ist Foley häufig Teil des Gesamtbudgets und kein separater Posten.
Ja, in der Regel schon. Selbst bei vorwiegend interview-basierten Filmen verbessern gezielte Foley-Geräusche in Schnittbildern die Gesamtwirkung erheblich. Bei cineastischen Imagefilmen ist Foley unverzichtbar.
Unbedingt. Da es keine realen Drehort-Geräusche gibt, muss jeder Klang künstlich erzeugt werden. Foley gibt animierten Szenen physische Glaubwürdigkeit – ohne diese Geräusche wirken Animationen steril.
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