Glossar

LUT

Eine LUT (Look-Up Table) ist eine mathematische Tabelle, die Farbwerte eines Bildes in andere Farbwerte umrechnet. In der Videoproduktion werden LUTs eingesetzt, um Log-Material zu normalisieren, Farblooks anzuwenden oder die Farbausgabe für verschiedene Medien anzupassen.

Farbveränderung per Formel. Eine LUT nimmt jeden Farbwert im Bild und ersetzt ihn durch einen anderen – nach exakt definierten Regeln. Das klingt technisch, ist im Ergebnis aber sofort sichtbar: Ein flaches Log-Bild wird kontrastreich, ein neutrales Bild erhält einen kinematischen Look.

Es gibt zwei grundlegende LUT-Typen. Technische LUTs (Input-LUTs) wandeln das Rohsignal einer Kamera in einen darstellbaren Farbraum um. Jeder Kamerahersteller liefert eigene LUTs für seine Log-Profile – Sony S-Log, Canon C-Log, RED Log3Film. Ohne diese technische Umwandlung sieht Log-Material flach und unbrauchbar aus. Kreative LUTs erzeugen einen bestimmten visuellen Stil – warmer Filmlook, kühle Teal-and-Orange-Ästhetik, entsättigter Dokumentarstil. Sie sind der Startpunkt für das Color Grading.

Der Unterschied zwischen 1D-LUT und 3D-LUT ist für die Praxis relevant. Eine 1D-LUT verändert Helligkeit und Kontrast, beeinflusst Farbkanäle aber nur separat. Eine 3D-LUT kann jeden Farbton, jede Sättigung und jede Helligkeit unabhängig verändern – sie bietet deutlich mehr Gestaltungsspielraum und ist heute der Standard.

LUTs sind kein Ersatz für professionelles Color Grading. Sie funktionieren wie ein Filter, der auf jedes Pixel gleich angewendet wird – ohne Rücksicht auf den Bildinhalt. Ein Colorist dagegen behandelt Hauttöne anders als Himmel, Schatten anders als Lichter. LUTs sind ein Werkzeug, kein Endergebnis. Bei FIUMU nutzen wir LUTs als Ausgangspunkt und verfeinern das Ergebnis individuell.

In der Praxis werden LUTs auch am Set eingesetzt. Kameraleute legen eine Vorschau-LUT auf den Monitor, um während des Drehs den ungefähren Look zu sehen – obwohl die Kamera in Log aufzeichnet. Das hilft bei der Belichtungskontrolle und gibt Regisseur und Kunde einen realistischeren Eindruck vom Endergebnis.

LUTs werden als .cube-Dateien gespeichert und lassen sich in jede gängige Software importieren – DaVinci Resolve, Premiere Pro, After Effects, Final Cut Pro. Der Farbraum muss dabei stimmen: Eine LUT, die für Rec. 709 erstellt wurde, liefert auf DCI-P3-Material falsche Ergebnisse.

FIUMU entwickelt projektspezifische LUTs, um einen konsistenten Look über mehrere Drehtage und Kamerasetups hinweg zu gewährleisten. Seit 2015 hat FIUMU in über 400 Projekten Custom-LUTs als Bestandteil des Color-Grading-Workflows eingesetzt.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Eine LUT ist eine vordefinierte Farbtabelle, die automatisch auf das gesamte Bild angewendet wird. Color Grading ist ein manuller Prozess, bei dem ein Colorist gezielt einzelne Bildbereiche und Farben anpasst. LUTs sind ein Werkzeug innerhalb des Gradings.

Als Lernwerkzeug ja. Für professionelle Produktionen sind generische LUTs meist ungeeignet, weil sie nicht auf das spezifische Kameramaterial abgestimmt sind. Professionelle Coloristen erstellen individuelle LUTs pro Projekt.

Technisch ja, aber das Ergebnis variiert stark. Eine LUT, die auf gut belichtetem Log-Material perfekt aussieht, kann auf stark komprimiertem Material Artefakte erzeugen. Ausgangsmaterial und LUT müssen zusammenpassen.

Technische LUTs wandeln das Log-Signal einer Kamera in einen Standard-Farbraum wie Rec. 709 um. Sie stellen keine kreative Entscheidung dar, sondern normalisieren das Bild. Jeder Kamerahersteller liefert eigene technische LUTs.

Kamerahersteller liefern technische LUTs kostenlos. Kreative LUTs bieten Anbieter wie Lutify.me, Color Grading Central oder FilmConvert. Professionelle Coloristen erstellen projekt-spezifische LUTs in DaVinci Resolve.

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