Glossar
Regiekonzept
Ein Regiekonzept ist ein Dokument, in dem der Regisseur seine künstlerische Vision für ein Filmprojekt darlegt. Es beschreibt Bildsprache, Inszenierungsstil, Farbwelt, Schauspielführung und technische Herangehensweise. Das Regiekonzept dient als verbindliche Referenz für alle Gewerke der Produktion.
Inhalt und Aufbau
Ein Regiekonzept beantwortet die zentrale Frage: Wie soll dieser Film aussehen, sich anfühlen und wirken? Es geht über das Treatment hinaus, das die Geschichte erzählt, und über das Drehbuch, das den Text liefert. Das Regiekonzept definiert die filmische Umsetzung – die künstlerische Handschrift des Regisseurs.
Typische Bestandteile: Bildsprache und Kameraführung, Farbkonzept und Lichtdesign, Inszenierung und Schauspielführung, Schnittrhythmus und Musikkonzept, Referenzfilme und visuelle Vorbilder. Jeder Abschnitt erklärt nicht nur das Was, sondern das Warum – welche Wirkung beim Zuschauer erzielt werden soll.
Regiekonzept in der Auftragsproduktion
In der Auftragsproduktion – Imagefilm, Werbefilm, Industriefilm – hat das Regiekonzept eine besondere Funktion. Es macht die künstlerische Vision für den Auftraggeber greifbar und nachvollziehbar. Der Kunde sieht nicht nur, was gedreht wird, sondern versteht die gestalterische Absicht hinter jeder Entscheidung.
Das Regiekonzept entsteht nach dem Briefing und dem Treatment. Es konkretisiert die im Treatment skizzierte Richtung und liefert den technischen und künstlerischen Rahmen für die Pre-Production. Storyboard, Shotlist und Drehplan bauen darauf auf.
Bildsprache und Referenzen
Ein starkes Regiekonzept arbeitet mit visuellen Referenzen. Filmstills, Fotografien und Farbpaletten illustrieren die beabsichtigte Ästhetik. Der Regisseur erklärt, warum eine bestimmte Kamerabewegung gewählt wird, warum das Licht weich oder hart gesetzt wird, warum bestimmte Brennweiten zum Einsatz kommen.
Diese Referenzen schaffen ein gemeinsames visuelles Vokabular im Team. Kameramann, Lichtgestalter, Szenenbildner und Editor verstehen die künstlerische Absicht und können eigenständig im Sinne des Konzepts arbeiten.
Schauspielführung und Casting
Das Regiekonzept definiert den Inszenierungsstil für Darsteller: naturalistisch oder stilisiert, zurückhaltend oder expressiv, improvisiert oder streng choreografiert. Diese Vorgaben beeinflussen bereits das Casting – welcher Darstellertyp zum Konzept passt.
Für Industriefilme mit Mitarbeitern als Darstellern beschreibt das Regiekonzept, wie authentische Wirkung erzielt wird: Wie werden Nicht-Schauspieler geführt? Welche Anweisungen funktionieren? Wie entsteht natürliches Verhalten vor der Kamera?
Bedeutung für die Postproduktion
Das Regiekonzept wirkt bis in die Postproduktion. Color Grading, Schnittrhythmus und Sounddesign folgen den im Konzept festgelegten Parametern. Ein Regiekonzept, das einen dokumentarischen Stil vorsieht, erfordert andere Postproduktions-Entscheidungen als eines, das auf hochstilisierte Bilder setzt.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Das Treatment erzählt die Geschichte des Films in Prosaform. Das Regiekonzept beschreibt, wie diese Geschichte filmisch umgesetzt wird – Bildsprache, Kameraführung, Licht, Inszenierungsstil und künstlerische Vision.
In der Auftragsproduktion ja. Das Regiekonzept macht die künstlerische Vision transparent und ermöglicht dem Kunden, die beabsichtigte Wirkung vorab zu bewerten und freizugeben.
Für einen Werbe- oder Imagefilm umfasst ein Regiekonzept typischerweise drei bis zehn Seiten mit Text und visuellen Referenzen. Bei größeren Produktionen kann es deutlich umfangreicher sein.
Der Regisseur erstellt das Regiekonzept – häufig in Zusammenarbeit mit dem Kameramann und dem Creative Director. Es ist das zentrale Dokument, das die künstlerische Handschrift der Produktion definiert.
Auch bei kurzen Produktionen ist ein Regiekonzept sinnvoll. Es muss nicht umfangreich sein, sollte aber die wesentlichen gestalterischen Entscheidungen dokumentieren, damit alle Beteiligten dieselbe Vision verfolgen.
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