Hochformat, Sprachfassung, Kurzfassung: Was Sie vor dem Dreh festlegen sollten
Videoproduktion17 Min.

Hochformat, Sprachfassung, Kurzfassung: Was Sie vor dem Dreh festlegen sollten

Ihr Film soll auch hochkant, auf Englisch und ohne Ton laufen? Was das für Dreh, Grafik und Schnitt heißt und was Sie vorher klären sollten.

Jan-Christopher Föst
Jan-Christopher Föst

Gründer & Geschäftsführer

Hochformat, weitere Sprachen, eine Fassung ohne Ton und Kurzfassungen lassen sich aus demselben Dreh gewinnen, wenn sie vor dem Dreh auf der Liste stehen. Das Hochformat braucht eigene Bildausschnitte am Drehtag, die Sprachfassung übersetzten Text und neu gesetzte Grafik, die Kurzfassung einen eigenen Schnitt. Was im Erstgespräch genannt ist, nehmen wir ins Angebot auf, und es gehört zum Festpreis.

Der Film ist abgenommen, alle sind zufrieden. Kurz darauf meldet sich das Social-Media-Team und fragt nach einer Hochkant-Version für LinkedIn. Die Kollegin aus dem Auslandsvertrieb möchte den Film mit englischen Untertiteln zeigen. Und auf dem Messestand soll er ohne Ton laufen. Sie kennen das vielleicht aus einem früheren Projekt.

Jeder dieser Wünsche ist berechtigt, und fast jeder lässt sich erfüllen. Offen ist der Aufwand. Eine Fassung, von der wir vor dem Dreh wissen, ist meist ein zusätzlicher Schnitt aus Material, das ohnehin entsteht. Eine Fassung, die erst nach der Abnahme auftaucht, wird schnell zum Kompromiss, im ungünstigen Fall fehlen die Bilder dafür. Und für den Preis gilt: Was im Erstgespräch genannt ist, kommt ins Angebot und gehört zum Festpreis. Was später dazukommt, ist eine neue Leistung.

Deshalb gehört vor den Dreh eine Liste. Was hinter jedem Punkt steckt, lesen Sie hier.

Was eine Fassung ist

Eine Fassung ist eine Version desselben Films für einen bestimmten Einsatz. Das Material ist dasselbe, der Zuschnitt ein anderer. Fassungen unterscheiden sich in vier Punkten:

StellschraubeBegriffe, die Ihnen im Angebot begegnenTypischer Einsatz
SeitenverhältnisQuerformat (16:9), Hochformat (9:16), Quadrat (1:1), 4:5Website und YouTube quer, Reels, Shorts und Stories hochkant, Feed quadratisch oder 4:5
SpracheSprachfassung oder Sprachversion, Untertitel, Voice-overAuslandsvertrieb, internationale Standorte, mehrsprachige Website
LängeHauptfilm, Kurzfassung, Cutdown, TeaserHauptfilm auf der Website, Kurzfassung im Feed und in Anzeigen, Teaser vor einem Termin
Tonmit Sprecher, mit Untertiteln, ohne Ton verständlichMessestand, Empfangsbildschirm, stumm startender Feed

Zwei Begriffe sorgen oft für Rückfragen. Sprachfassung und Sprachversion meinen dasselbe: Ihr Film in einer weiteren Sprache. Ein Cutdown ist eine kürzere Fassung aus dem Material des Hauptfilms, auf Deutsch Kurzfassung. Die Stellschrauben lassen sich kombinieren: Ein Hochformat mit englischen Untertiteln in kurzer Länge ist eine eigene Fassung. Welche Maße und Längen die Plattformen verlangen, steht in unserer Übersicht der Social-Media-Video-Größen.

Von den vier Stellschrauben greift nur eine in den Drehtag ein: das Seitenverhältnis. Sprache, Länge und Ton entscheiden sich im Text, in der Grafik und im Schnitt. Deshalb beginnen wir mit dem Hochformat.

Hochformat entscheidet sich am Drehtag

Ein Film im Querformat ist breit, ein Smartphone wird hochkant gehalten. Wer aus einem fertigen Querformat nachträglich ein Hochformat schneidet, behält rund ein Drittel der Bildbreite. Was das für Ihr Motiv bedeutet, können Sie mit unserem Seitenverhältnis-Rechner an einem eigenen Bild ausprobieren.

Das Problem ist dabei selten die Schärfe. Die Auflösung heutiger Kameras reicht für den Ausschnitt meist aus. Was fehlt, ist das Bild daneben. Zwei Menschen, die im Querformat nebeneinander am Tisch sitzen, passen hochkant nicht mehr gemeinsam ins Bild. Eine Maschine, die das Querformat füllt, zeigt hochkant nur noch ihre Mitte. Dazu verdecken die Bedienelemente der Apps Teile des Bildes. Welche Bereiche das sind, zeigt der Safe-Zone-Checker.

Deshalb fällt die Entscheidung über das Hochformat am Drehtag. Wissen wir vor dem Dreh, dass Sie beide Formate brauchen, gibt es bei uns zwei Wege, je nach Ihrem Qualitätsanspruch. Der erste Weg: Die Kamera zeichnet die ganze Sensorfläche auf, in der Fachsprache Open Gate. Dieses Bild ist höher als das Querformat, das Sie später sehen. Der hochkante Ausschnitt ist vorab eingeplant, und das Kamerateam richtet jede Einstellung für beide Rahmen ein. Der zweite Weg: Wir drehen einzelne Einstellungen eigens hochkant. Das kostet Zeit am Set und bringt ein Hochformat, das von Anfang an als Hochformat gedacht ist. Beides geht nur, wenn wir es vorher wissen. Was an einem Drehtag sonst passiert, lesen Sie in unserem Beitrag über den Drehtag.

Noch vor wenigen Jahren war die Hochkant-Fassung bei uns die Ausnahme. Von unseren Projekten mit beiden Formaten stammen gut vier von fünf aus den letzten drei Jahren, verteilt über Imagefilme, Produktvideos, Erklärvideos und 3D-Animationen. Ein Beispiel aus dem Studio: Für JuCad haben wir Produktvideos in mehreren Formatvarianten und Sprachen umgesetzt. Vor schwarzem Hintergrund fallen die Ausschnitte leichter als in einer Werkshalle. Umso wichtiger ist dort die Planung, bevor die Kamera steht.

Welche Fassung die wichtigste ist

Unser Tipp: Sagen Sie uns im Erstgespräch, auf welchem Kanal Ihr Film die meisten Menschen erreichen soll. Läuft er vor allem hochkant, wird er hochkant gedacht, und das Querformat für die Website entsteht als zweite Fassung. Läuft er vor allem auf der Website, ist es umgekehrt. Schwierig wird es, wenn die Reihenfolge erst nach dem Dreh feststeht. Was auf den Plattformen selbst zählt, lesen Sie in unserem Beitrag über Videos für Ihre Kanäle.

Sprachfassung: Untertitel oder neue Stimme

Sie wissen nun, was das Format für den Dreh bedeutet. Bei der Sprache liegt die Arbeit an anderer Stelle: im Text, in der Grafik und im Ton. Für eine Sprachfassung gibt es drei Bausteine, die sich kombinieren lassen.

  • Untertitel. Der Film bleibt, wie er ist. Der gesprochene Text wird übersetzt und eingeblendet. Untertitel sind günstiger als eine neue Sprecheraufnahme und schnell ergänzt. Mehr dazu im Glossar unter Untertitel.
  • Neue Sprecheraufnahme. Der Sprechertext wird übersetzt und von einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler neu eingesprochen. Im fertigen Film spricht bei uns in der Regel ein Mensch. Eine KI-Stimme ist bei kleinem Budget eine Wahl, die Sie treffen und die wir offen nennen. Das Einsprechen passt, wenn Ihr Film einen Sprecher aus dem Off hat. Der Fachbegriff ist Voice-over.
  • Übersetzte Texte im Bild. Bauchbinden, Einblendungen und Beschriftungen in Grafiken werden in der Zielsprache neu gesetzt. Ohne diesen Schritt wirkt eine Sprachfassung halb fertig: englischer Sprecher, deutsche Schrift.

Welche Bausteine passen, hängt an einer Frage: Spricht jemand vor der Kamera, oder spricht jemand aus dem Off?

Animation und Film mit Sprecher aus dem Off

Vergleichsweise wenig Aufwand machen Sprachfassungen bei Erklärvideos und 3D-Animationen. Die Bildebene ist sprachneutral. Getauscht werden Sprecher und eingeblendete Texte, die Animation bleibt unangetastet. Dasselbe gilt für Realfilme, in denen ein Sprecher durch den Film führt und niemand vor der Kamera spricht. In unserem Portfolio sind die Filme mit neu eingesprochener Fassung überwiegend Erklärvideos, 3D-Animationen und Lernvideos. So entstand für Gebr. Ostendorf Kunststoffe ein Erklärvideo, das LKW-Fahrer einheitlich einweist, auf Deutsch, Polnisch und Englisch. Die Fassungen sind gleich lang.

Film mit Menschen vor der Kamera

Anders ist es, wenn Ihre Geschäftsführerin, Ihre Mitarbeitenden oder Ihre Kunden im Interview sprechen. Der Originalton bleibt in der Sprache, in der er aufgenommen wurde. Unsere Empfehlung für die zweite Sprache: Untertitel über dem Originalton. Neu vertont wird nur, was aus dem Off kommt. Eine Aufnahme in der Fremdsprache planen wir nur ein, wenn die Person darin frei spricht. Das Portfolio zeigt dasselbe Bild: Die Filme mit untertitelter Sprachfassung sind überwiegend Kundenstimmen, Imagefilme und Eventfilme. Wer vor der Kamera spricht, bekommt Untertitel. Wer aus dem Off spricht, bekommt eine neue Stimme.

Wer übersetzt

Englische Fassungen übersetzen wir meist inhouse. Für andere Sprachen arbeiten wir in der Regel mit einer Übersetzungsagentur. Bei kleinem Budget gibt es den dritten Weg: eine maschinelle Übersetzung, die jemand auf Ihrer Seite prüft, der die Sprache spricht, oder eine Übersetzung, die Sie selbst liefern. So lief es beim Onboarding-Film für POLYGON: Die weiteren Sprachen entstanden maschinell, und der Kunde hat sie mit eigenen Mitarbeitenden geprüft. Üblich ist, dass jemand bei Ihnen den Text liest, bevor er aufgenommen oder eingeblendet wird. Fachbegriffe und Eigennamen klären wir vorher mit Ihnen.

Eine Übersetzung ist selten so lang wie das Original. Wenn Bild und Sprecher auf die Sekunde zusammenpassen, wird es eng. Wie lang ein Sprechertext gesprochen ist, können Sie mit unserem Redezeit-Rechner abschätzen. Wissen wir von Anfang an, dass weitere Sprachen kommen, lässt sich das einplanen: Bei 3D-Animationen lassen wir im Layout Raum für längere Sprachen, bei E-Learning-Videos legen wir Schnitt und Sprecherpausen von Anfang an mehrsprachig an, bei Werbespots liegen Text und Grafik auf eigenen Ebenen.

Film ohne Ton: die Aussage ins Bild

Auf dem Messestand ist es laut. Im Feed starten Videos stumm. Auf dem Bildschirm im Empfang läuft der Film in Dauerschleife, und niemand möchte den Sprecher zum vierzigsten Mal hören. Steckt die Aussage Ihres Films nur im Sprechertext, kommt dort nichts an. Dafür gibt es drei Lösungen, und sie setzen an unterschiedlichen Stellen der Produktion an:

  1. Untertitel lassen sich im Schnitt ergänzen. Sie machen einen Film mit Sprecher auch stumm verständlich. Untertitel gibt es bei uns, wenn sie im Angebot stehen. Sagen Sie uns deshalb, wo der Film ohne Ton laufen soll, dann nehmen wir sie auf.
  2. Gestaltete Texteinblendungen stehen als Teil des Bildes im Film. Sie brauchen Platz im Bild und Zeit zum Lesen. Beides wird im Storyboard und beim Dreh berücksichtigt.
  3. Ein Film, der über Bilder erzählt, kommt ganz ohne Sprache aus. So ist ein Messefilm angelegt: stumm und als Schleife. Diese Entscheidung fällt im Konzept.

Je früher wir wissen, dass eine Fassung ohne Ton gebraucht wird, desto weiter unten in dieser Liste kann die Lösung ansetzen. Und desto besser sieht sie aus.

Kurzfassung: ein eigener Schnitt

Die naheliegende Idee: Der Hauptfilm dauert zwei Minuten, für die Anzeige nehmen wir die ersten zwanzig Sekunden. Das funktioniert selten. Ein Hauptfilm darf sich Zeit nehmen, weil sein Publikum schon Interesse mitbringt. Eine Kurzfassung im Feed hat diese Zeit nicht. Sie braucht einen eigenen Einstieg, eine einzige Aussage und einen eigenen Schluss.

Deshalb ist ein Cutdown ein neuer Schnitt aus demselben Material. Bei Werbespots liefern wir aus einem Master zum Beispiel Fassungen in 6, 15 und 30 Sekunden, beim Unternehmensfilm Kurzfassungen von 30 bis 60 Sekunden. Am Schnittplatz bekommt jedes weitere Video desselben Projekts einen eigenen Ordner, mit Zugriff auf das ganze Material. Welche Länge zu welchem Einsatz passt, zeigt der Video-Längen-Rechner.

Wie das aussieht, zeigt die Sommerkampagne für Travdo Hotels: ein Spot im Querformat, dazu Hochkant-Teaser für Erholung, Familie und Zeit zu zweit. Jeder Teaser hat sein eigenes Thema. Das ist der Unterschied zu einer gekürzten Kopie. Für den Dreh heißt das: Wir achten auf Bilder, die allein stehen können, und auf Sätze aus dem Interview, die ohne Vorrede verständlich sind.

Nachbestellen: was später noch geht

Keine Sorge: Sie müssen beim Erstgespräch nicht jede künftige Verwendung kennen. Vieles lässt sich später ergänzen, weil es am Schnittplatz entsteht. Rund jeder achte Auftrag bei uns ist eine Ergänzung zu einem früheren Projekt, soweit es sich am Auftrag ablesen lässt, am häufigsten Kurzfassungen und Teaser, dann weitere Sprachen. Das Hochformat ist darunter die seltenste Nachbestellung, vermutlich, weil es nachträglich am wenigsten hergibt.

Das geht in der Regel auch später:

  • Untertitel in weiteren Sprachen
  • eine neue Sprecheraufnahme für einen Film mit Sprecher aus dem Off
  • eine Kurzfassung oder ein Teaser
  • eine aktualisierte Zahl, ein neues Logo oder eine geänderte Bauchbinde, als eigener kleiner Auftrag

Das wird später aufwendig oder braucht neue Aufnahmen:

  • ein Hochformat, wenn nur für das Querformat gedreht wurde
  • ein Interview in einer anderen Sprache
  • ein Einstieg für die Kurzfassung, für den es kein passendes Bild gibt
  • eine Sprachfassung, wenn Bild und Sprechertext so eng getaktet sind, dass der längere Text nicht mehr passt

Ein Fall aus unserer Arbeit: Ein Interview war für das Querformat eingerichtet, die Person saß am Bildrand, dahinter der Raum. Nach dem Dreh kam der Wunsch nach einem Hochformat. Im hochkanten Ausschnitt blieb von der Komposition wenig übrig. Geliefert haben wir die Fassung, aber mit Abstrichen. Ein Satz im Erstgespräch hätte dem Kamerateam einen zweiten Rahmen gegeben.

Ein Punkt gehört zur späten Fassung dazu, wenn sie als bezahlte Anzeige laufen soll: Für unseren Film kostet die Werbenutzung nichts extra. Anders ist es bei Lizenzen, die wir für Sie einkaufen, also Stockmaterial, Musik und Sprecherstimme. Sagen Sie uns im Erstgespräch, dass Anzeigen geplant sind, dann buchen wir die Stimme gleich mit Werberechten. Kommt der Wunsch später, ist das eine Nachbuchung, oft befristet. Was der Begriff bedeutet, steht im Glossar unter Nutzungsrechte. Was im Einzelnen gilt, regeln unsere AGB.

Fassungsliste fürs Erstgespräch

Sie müssen kein Konzept mitbringen. Hilfreich sind Antworten auf diese Fragen, soweit Sie sie heute schon kennen. Die erste Frage steht oben, weil sie am ehesten vergessen wird und als einzige den Drehtag verändert.

  1. Wo soll der Film laufen? Website, LinkedIn, Instagram oder TikTok, YouTube, Messe, Vertriebsgespräch, Intranet oder Lernplattform.
  2. Welcher dieser Orte ist der wichtigste? Danach richtet sich die Hauptfassung.
  3. In welchen Sprachen brauchen Sie den Film, jetzt und absehbar?
  4. Sprechen Menschen vor der Kamera? Wenn ja: in welcher Sprache, und wer von ihnen spricht auch in einer zweiten Sprache frei?
  5. Muss der Film irgendwo ohne Ton funktionieren?
  6. Welche Längen brauchen Sie neben dem Hauptfilm?
  7. Soll der Film als bezahlte Anzeige laufen? Dann legen wir die Lizenzen für Stimme und Musik gleich passend fest.
  8. Wer bei Ihnen prüft Übersetzungen?

Viele Anfragen an uns sind eine Rechnung: so viele Videos, je so lang, in so vielen Sprachen. Das Format nennt selten jemand von sich aus.

Was Sie im Erstgespräch nennen, nehmen wir ins Angebot auf, und es gehört zum Festpreis. Kommt später eine weitere Sprachversion oder eine Schnittfassung für einen zusätzlichen Kanal dazu, nennen wir Ihnen vorher Aufwand und Preis, und Sie entscheiden. Verbindlich wird der Preis mit dem bestätigten Angebot. Wovon der Aufwand abhängt, lesen Sie auf unserer Seite zu den Kosten einer Videoproduktion. Was nach der Auslieferung mit den Fassungen passiert, gehört zum Videomarketing.

Fazit: Die Liste gehört an den Anfang

Aus einem Dreh kann viel mehr entstehen als ein einzelner Film, wenn die Fassungen vorher auf der Liste standen. Das Hochformat entscheidet sich am Drehtag. Die Sprachfassung entscheidet sich im Text und in der Grafik. Die Fassung ohne Ton entscheidet sich am besten im Konzept. Die Kurzfassung entscheidet sich im Schnitt. Später geht vieles noch, aber selten so gut, und zum Festpreis gehört es nur, wenn es vorher genannt war.

Die Liste müssen Sie nicht allein schreiben. In einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch gehen wir Ihre Kanäle gemeinsam durch und halten fest, welche Fassungen Ihr Film braucht. Das Angebot dazu bekommen Sie meist binnen zwei bis drei Tagen. Wie eine Produktion bei uns von der Idee bis zur Auslieferung abläuft, sehen Sie auf unserer Leistungsseite. Korrekturen im Rahmen Ihrer Freigaben sind unbegrenzt, das regelt unsere Feelgood-Garantie.

Häufige Fragen zu Fassungen

Können Sie aus unserem fertigen Querformat-Film nachträglich ein Hochformat machen?

Ja, mit Einschränkungen. Beim Wechsel von 16:9 auf 9:16 bleibt rund ein Drittel der Bildbreite übrig, der Rest wird beschnitten. Bei ruhigen Einstellungen mit dem Motiv in der Bildmitte fällt das kaum auf. Bei Interviews, in denen die Person am Bildrand sitzt, bei Gruppen und bei breiten Motiven wie Maschinen oder Gebäuden geht Wichtiges verloren. Das Ergebnis ist dann sichtbar schlechter als ein Hochformat, das beim Dreh mitgeplant wurde. Dazu kommen Texteinblendungen und Bauchbinden, die für das Querformat gesetzt wurden und im Hochformat neu angelegt werden müssen. Wenn Ihr Film schon fertig ist, schauen wir uns das Material an und sagen Ihnen, welche Szenen hochkant funktionieren und welche nicht. Möglich ist dann eine kürzere Hochkant-Fassung aus den Einstellungen, die den Beschnitt vertragen. Planen Sie einen neuen Film und das Hochformat ist absehbar, nennen Sie es im Erstgespräch. Dann drehen wir mit der ganzen Sensorfläche und eingeplantem Ausschnitt oder nehmen einzelne Einstellungen eigens hochkant auf.

Was ist der Unterschied zwischen einer Sprachfassung und Untertiteln?

Sprachfassung ist der Oberbegriff: Ihr Film in einer weiteren Sprache. Untertitel sind einer von drei Bausteinen dorthin. Bei Untertiteln bleibt der Ton im Original, und die Übersetzung wird als Text eingeblendet. Untertitel sind günstiger als eine neue Sprecheraufnahme und schnell ergänzt. Bei einer neu vertonten Sprachfassung wird der Sprechertext übersetzt und von einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler neu eingesprochen. Im fertigen Film spricht bei uns in der Regel ein Mensch; eine KI-Stimme ist bei kleinem Budget eine Wahl, die wir offen nennen. Das Einsprechen wirkt hochwertiger als Untertitel, braucht aber eine Übersetzung, die in der Länge zum Bild passt, und eine Aufnahme im Studio. Der dritte Baustein sind die Texte im Bild: Bauchbinden, Einblendungen und Beschriftungen in Grafiken werden in der Zielsprache neu gesetzt. Die drei Bausteine lassen sich kombinieren. Bei einem Erklärvideo tauschen wir Sprecher und eingeblendete Texte, die Animation bleibt. Bei einem Film mit Interviews bleibt der Originalton der Menschen im Bild in seiner Sprache.

Müssen wir alle Fassungen schon bei der Anfrage kennen?

Nein. Hilfreich ist, wenn Sie die Kanäle nennen, die heute schon feststehen, und dazu sagen, was absehbar ist. Zwei Angaben sind besonders wichtig, weil sie den Dreh betreffen: ob ein Hochformat gebraucht wird und ob Menschen vor der Kamera in mehr als einer Sprache sprechen sollen. Beides lässt sich nach dem Drehtag nur mit Abstrichen oder mit neuen Aufnahmen nachholen. Weitere Sprachen über Untertitel oder eine neue Sprecheraufnahme sind auch nachträglich möglich. Wir empfehlen trotzdem, den Wunsch so früh wie möglich anzusprechen, aus einem handwerklichen und einem kaufmännischen Grund. Handwerklich: Bei E-Learning-Videos legen wir dann Schnitt, Sprecherpausen und Einblendungen von Anfang an mehrsprachig an, bei Erklärvideos lassen sich Sprecherbudget und Textlängen sauber planen. Kaufmännisch: Was im Erstgespräch genannt ist, gehört zum Festpreis. Kommt nach der Abnahme ein Wunsch dazu, den niemand vorhersehen konnte, sprechen Sie uns an. Wir sagen Ihnen, was dann noch möglich ist und was es kostet.

Was ist ein Cutdown, und wie unterscheidet er sich vom Hauptfilm?

Ein Cutdown ist eine kürzere Fassung Ihres Films, geschnitten aus demselben Material. Das deutsche Wort ist Kurzfassung. Der Hauptfilm läuft dort, wo Ihr Publikum schon Interesse mitbringt, etwa auf der Website oder im Vertriebsgespräch, und darf sich deshalb Zeit nehmen. Der Cutdown läuft dort, wo Menschen nach wenigen Sekunden weiterwischen, etwa im Feed oder als Anzeige. Er braucht einen eigenen Einstieg, beschränkt sich auf eine Aussage und endet mit einem eigenen Schluss. Deshalb wird er neu geschnitten, im Schnittprojekt mit Zugriff auf das ganze Material. Die ersten Sekunden des Hauptfilms eignen sich dafür selten. Bei Werbespots liefern wir aus einem Master zum Beispiel Fassungen in 6, 15 und 30 Sekunden, beim Unternehmensfilm Kurzfassungen von 30 bis 60 Sekunden. Verwandt ist der Teaser: Er macht neugierig auf den Hauptfilm, während ein Cutdown für sich allein verständlich sein soll. Stehen Kurzfassungen vor dem Dreh auf der Liste, achten wir auf Einstellungen und Sätze, die auch ohne den Rest des Films funktionieren.

Wird die Produktion deutlich teurer, wenn wir mehrere Fassungen brauchen?

Nicht, wenn die Fassung im Schnitt entsteht. Teurer wird es, wenn sie neue Aufnahmen braucht. Der Dreh ist bei einem Realfilm der große Kostenblock. Ist das Material aufgenommen, kostet eine zusätzliche Fassung vor allem Zeit im Schnitt und keinen zweiten Drehtag. Eine Kurzfassung oder ein mitgeplantes Hochformat sind deshalb vergleichsweise kleine Posten. Bei einer Sprachfassung kommen Übersetzung, Sprecheraufnahme und neu gesetzte Texte dazu. Bei 3D-Animationen bleibt das Rendering bestehen, was eine weitere Sprache deutlich günstiger macht als eine neue Produktion. Soll eine Fassung als bezahlte Anzeige laufen, kostet unser Film dafür nichts extra; Lizenzen für Stockmaterial, Musik und Sprecher legen wir am besten vorher fest, dann entstehen keine Zusatzkosten. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Fassungen, die Sie im Erstgespräch nennen, nehmen wir ins Angebot auf, und sie gehören zum Festpreis. Für eine Fassung, die später dazukommt, nennen wir Ihnen vorher Aufwand und Preis. Verbindlich ist der Preis mit dem bestätigten Angebot.

In welcher Sprache sollten wir Interviews drehen, wenn der Film international laufen soll?

In der Sprache, in der die Person frei spricht. Ein Interview lebt davon, dass jemand erzählt, und das gelingt in der Muttersprache fast immer besser als in einer Fremdsprache. Für die anderen Märkte bekommt der Film dann Untertitel über dem Originalton. Das ist unsere Empfehlung, und die meisten untertitelten Sprachfassungen in unserem Portfolio gehören zu Filmen mit Menschen vor der Kamera. Neu vertont wird nur, was aus dem Off kommt, etwa ein Sprecher, der durch den Film führt. Eine zweite Aufnahme in der Fremdsprache planen wir nur ein, wenn die Person darin so frei spricht wie in ihrer Muttersprache. Dann gehören beide Durchgänge auf denselben Drehtag, denn ein Interview in einer weiteren Sprache lässt sich später nur mit einem neuen Termin nachholen. Bauchbinden und Einblendungen werden für jede Sprachfassung neu gesetzt. Sagen Sie uns im Erstgespräch, wer vor der Kamera steht und welche Sprachen diese Menschen frei sprechen. Dann planen wir den Drehtag danach.

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Über den Autor

Jan-Christopher Föst

Jan-Christopher Föst ist Gründer und Geschäftsführer der FIUMU GmbH und verantwortet seit 2016 die strategische Ausrichtung der Videoproduktionen, von der ersten Idee bis zur Distribution. Sein Fokus liegt auf Imagefilmen und Erklärvideos für B2B-Unternehmen, die nicht nur gut aussehen, sondern messbar wirken. Aus hunderten Produktionen kennt er die Stellschrauben, die aus einem Unternehmensfilm ein wirksames Marketing-Asset machen.

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