Glossar
Casting
Casting ist der Prozess der Suche, Auswahl und Besetzung von Darstellern für Film-, Video- und Werbeproduktionen. Es umfasst die Definition von Rollenanforderungen, die Sichtung von Bewerbungen, Vorsprechen und die finale Besetzungsentscheidung. Professionelles Casting ist die Grundlage für glaubwürdige und wirkungsvolle Filmproduktionen.
Casting-Prozess im Überblick
Der Casting-Prozess beginnt mit dem Regiekonzept und dem Treatment. Beide Dokumente definieren, welche Darstellertypen benötigt werden: Alter, Geschlecht, Erscheinungsbild, Ausstrahlung, besondere Fähigkeiten. Auf dieser Basis erstellt die Casting-Agentur oder die Produktionsfirma eine Rollenbeschreibung und startet die Suche.
Bei Werbefilm- und Industriefilmproduktionen wird zwischen professionellen Schauspielern, Models und Laien unterschieden. Jede Kategorie hat ihre Berechtigung: Schauspieler bringen darstellerische Kompetenz, Models bringen Präsenz, Mitarbeiter des Auftraggebers bringen Authentizität.
E-Casting und Live-Casting
Moderne Casting-Prozesse beginnen mit einem E-Casting. Darsteller reichen Videos ein, in denen sie vordefinierte Szenen spielen oder sich vorstellen. Das spart Zeit und ermöglicht eine breite Vorauswahl. Vielversprechende Kandidaten werden zum Live-Casting eingeladen.
Beim Live-Casting spielen die Kandidaten Szenen vor Kamera. Regie und Auftraggeber beurteilen Ausstrahlung, Natürlichkeit und Eignung für die Rolle. Bei Werbeproduktionen achtet man besonders auf Sympathie und Glaubwürdigkeit – der Darsteller repräsentiert die Marke.
Casting für Industriefilme
Industriefilme stellen besondere Anforderungen an das Casting. Häufig sollen echte Mitarbeiter vor der Kamera stehen, um Authentizität zu vermitteln. Diese Komparsen im weiteren Sinne erfordern eine andere Herangehensweise als professionelle Darsteller.
Das Briefing definiert, ob professionelle Darsteller oder Mitarbeiter eingesetzt werden. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile: Professionelle Darsteller liefern konsistente Leistung, Mitarbeiter wirken authentisch, brauchen aber mehr Führung und Drehzeit.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Jedes Casting mündet in vertragliche Vereinbarungen. Nutzungsrechte definieren, wo und wie lange das Material eingesetzt werden darf: TV, Online, Social Media, Messe, intern. Die Vergütung richtet sich nach Nutzungsumfang und Medienreichweite. Buyout-Vereinbarungen sichern umfassende Nutzungsrechte gegen eine Einmalzahlung.
Für Mitarbeiter-Castings gelten arbeitsrechtliche Bestimmungen. Die Teilnahme muss freiwillig sein, Persönlichkeitsrechte müssen gewahrt werden, und die Verwendung des Materials muss klar kommuniziert werden.
Casting-Dauer und Kosten
Ein professionelles Casting für eine Werbefilmproduktion dauert zwei bis vier Wochen. E-Casting-Phase, Live-Casting, Entscheidung und Vertragsschluss benötigen ihre Zeit. Casting-Agenturen berechnen je nach Umfang zwischen 500 und 3.000 Euro. Hinzu kommen die Gagen der gebuchten Darsteller.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Beim E-Casting reichen Darsteller Videos digital ein. Beim Live-Casting spielen sie vor Ort Szenen vor Kamera. E-Casting dient der Vorauswahl aus einer großen Bewerberzahl, Live-Casting der finalen Entscheidung. In der Praxis kombinieren die meisten Produktionen beide Verfahren, um Zeit und Reisekosten zu optimieren.
Für größere Produktionen mit mehreren Rollen ist eine Casting-Agentur empfehlenswert. Sie verfügt über umfangreiche Karteien und Erfahrung in der Darstellerauswahl. Für kleinere Projekte kann die Produktionsfirma das Casting intern durchführen.
Ja, und das ist oft sinnvoll für Authentizität. Mitarbeiter benötigen allerdings mehr Führung und Drehzeit als professionelle Darsteller. Die Teilnahme muss freiwillig sein und vertraglich geregelt werden.
Die Gagen variieren stark. Komparsen kosten ab 100 Euro pro Drehtag, professionelle Darsteller zwischen 500 und 2.000 Euro. Die Nutzungsrechte beeinflussen die Gage erheblich – TV-Spots mit hoher Reichweite kosten mehr als interne Videos.
Von der Rollenbeschreibung bis zur Besetzung vergehen typischerweise zwei bis vier Wochen. Bei kurzfristigen Projekten kann der Prozess beschleunigt werden, allerdings mit eingeschränkter Auswahl.
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